Heilyoga

Was ist die Grundlage unseres Lebens? Der Atem. Ohne Atem gibt es kein Leben.

Auf meiner Reise durch Neuseeland begegnete ich Peter Sanson. Durch ihn erschloss sich mir Ashtanga yoga ganz neu.
Peter begrüßte mich sehr aufmunternd: „Dein Knie kriegen wir schon wieder hin. Mit Ashtanga Yoga wurde bis jetzt alles geheilt.“
In der ersten Yoga Stunde las Peter uns (mein Sohn Nino war auch dabei) erst mal ordentlich die Leviten: „Keinen Zwang. Ganz ohne Anstrengung!“

Wie ich erfuhr, heilte sein Guru Pattabi Jois viele Menschen von allen nur denkbaren Leiden mit Hilfe von Yoga.
Auch ich durfte erleben, wie mein Knie täglich besser wurde.

Das wichtigste sei ein gleichmäßiger Atem laut Peter.
Yoga ist eine Übung des Atems. Damit der Atem regelmäßig ein- und ausfließt, üben wir es mit Bewegungen. Das schafft Raum überall im Körper, so dass alle Organe wieder Platz haben.

Peter ist überzeugt, dass mit dem regelmäßigen Praktizieren von Sonnengrüßen, praktisch alles geheilt werden könne.
Wenn wir beim Einatmen die Arme  emporheben und die Energie bis in die Fingerspitzen fließen lassen, nehmen wir die Lebensenergie (Prana) auf. Wenn wir uns dann mit den Armen ausatmend nach vorne beugen, entspannt das ganze System. Die Bandhas geben uns dabei den nötigen Halt.

An der Haltung des Oberkörpers können wir sehen, was der Mensch fühlt und ob er gesund ist.
Wir öffnen mit dem Yoga den Oberkörper, so dass die Luft Platz findet und der Atem fließen kann.
Dies heilt den ganzen Körper. Alte Blockaden lösen sich nach und nach auf.
Peter meint, dass manche Angst hätten vor dem was sich da löst und wollten deshalb schnell davon laufen.
Da komme Wut, Angst und Trauer heraus. Alles was wir im Leben schon erlebt haben und was uns angetan wurde.

Peter sagte spaßend, dass sein Guru Pattabi Jois, bei dem er 20 Jahre lernte und der von seinen Schülern auch liebevoll Guruji genannt wird, immer gut auf ihn aufgepasst habe, damit er seine aufkommenden Gefühle immer sanft und kontrolliert heraus lies.

So wie sich parallele Verspannungen im Körper lösen, entspannt und heilt die Seele und umgekehrt. Wir üben immer ganz vorsichtig und langsam. Jeder muss das in seinem Tempo für sich selbst machen.

Der Körper und der Geist werden dabei frei.
Alle Organe und das Herz können dabei heilen.

Pattabi Jois, so erfuhr ich von Peter, hat das Yoga hauptsächlich als Heilmethode eingesetzt.
Manche Menschen konnten kaum die Arme heben, als sie zu ihm kamen, geduldig übten diese Menschen in kleinen Schritten, um ihre Gesundheit wieder herzustellen.
Nach einiger Zeit, die bei jedem anders ist, öffnen sich der Körper und Geist.
Als Geschenk entwickelt sich nebenher, zudem ungeahnte Lebensfreude und ein tiefer Sinn des Daseins.

Es ist eine Praxis der Freude und nicht des Willens. Locker und nicht verspannt.

Den regelmäßigen Atem können wir den ganzen Tag üben. Dies reinigt und heilt alle Organe, macht unseren Geist klar und bringt Frieden und Harmonie in unser ganzes System.
Alles geht ganz langsam nur über den Atem, ohne den Wunsch, dass es gut aussieht oder besonders gekonnt erscheint.

Ohne Ehrgeiz, nur Atmen und bewegen, jeder in seinem eigenen Rhythmus und nach seinem körperlichen Vermögen, immer sanft.
Peter erläutert, dass unsere Körper so verschieden seien, so dass es nicht bei jedem gleich aussehen könne Daher müsse sich jeder nach seinen individuellen körperlichen Möglichkeiten richten.